Streifschuß an der Ente entlang
Seite mehr oder weniger komplett beschädigt.


Da gilt, was den Bereich Fahrwerk und Motor angeht alles das was Ihr im Kapitel Offsetcrash vorne lesen könnt. Weitergehende Inspektionen sind nun die Türen, was aber nicht schwer fällt, wenn da eine nicht mehr die original vorgesehene Form seitens Citroën hat. Trickreicher wird es im Bereich der Türsäulen, ist da noch alles gerade und läßt sich die hintere Tür ohne Hammer rausschieben ?

Ist die B-Säule ( mittlere Säule, wo das Scharnier der Hintertüren ist ) beschädigt, überprüft dann den Über-gang der Säule zum Bodenblech und zum oberen Dachbogen, ob da Knicke oder Wellen sind. Bei Be-schädigung der A-Säule ( wo die Scharniere der Vordertüren sind ) mal die Motorhaube aufmachen und die Spritzwand überprüfen ( da wo die Batterie und Wischwasserbehälter sind ), auch bis runter, wo die Ka-rosse auf’m Rahmen sitzt.

Im Bereich der C-Säule auch mal die Rückbank raus und gucken ob da noch alles in Form ist. Gerne reißt dann die C-Säule aus der Karosserie und verbiegt mehr oder weniger den Innen-kotflügel im Bereich der hinteren Gurtbefestigung und den Schweller-übergang zum Rückbankkasten bzw. Bodenblech.Reparaturen in diesem Bereich sind dann wieder wegen doch so viel aufeinandertreffende Bleche was für versierte Blechbieger, Flexer und akribische Teilbereich-Einschweißer. Diese Teile flexe ich immer ausschlachtenten, wenn die betreffenden Teile noch in Ordnung sind und setze sie dann als ein Teil ein. Es gibt diese Bleche alle als Reparaturbleche, allerdings müßt Ihr dann so ca. 3-8 Repbleche um ein Heidengeld bestellen, wobei Ihr bei dem einen oder anderen Teil nur einen Schnipsel braucht.

 

What to do ? - Ente Auto wegschmeißen ? Nein !
 

Erst mal den beschädigten Schwingarm mitsamt Vorderachsrohr und Lenkung rausschmeißen, sicher ist sicher . . .
und mit der Flex die verkrumpelten Karosserieteile entfernen, Türen und Kotflügel sind sowieso nur noch in Form ihres Gewichts beim Alteisenhändler wert.

   

Nun aus einer Schlachtente quasi das Gegenstück mit gut Materialüberstand rausflexen und in stundenlanger, akribischer Kleinarbeit solange rumflexen, feilen und anpassen, bis das Reparaturstück saugend in die verunfallte Ente paßt. Diese Arbeit ist eigentlich das Kernstück für ein gutes Finish, wer sich hier sehr lange Zeit und Muße läßt hat später wenig Trauer mit den Übergängen und muß nicht mit so viel Spachtelmasse ausgleichen, um damit einem Gipser Konkurrenz zu machen. Wer solche Arbeiten mit ein bis maximal zwei Spachtelgängen abschließt hat im Vorfeld gut gearbeitet.

   

Nachdem das Ding paßt, erst mal in Position anpunkten und rundrum unter Angleichen und Biegen fest-schweißen. Nicht immer an einer Stelle rumschweißen, sondern mal hier und da sonst gibt es durch die Hitze Verzug und es ist hinterher Wellblech. So lange da ein Punkt und da ein Punkt, bis alle Punkte quasi eine Naht bilden. Danach im Sichtbereich ( für die Perfektionisten natürlich auch im Motorraum oder am Unterboden ) alle Schweißpunkte glattflexen und gegebenfalls nachschweißen.

Als Beispiel für diesen Schaden und der Beschreibung der Reparatur, bzw. daß keine neuen Teile dafür verwendet wurden mal eine kleine Rechnung. Der Gutachter, der sich so einen Schaden anguckt geht natürlich von der Verwendung von Neuteilen aus, das heißt, es werden die Autos im Handel angebotenen Reparaturteile auf das Gutachten geklatscht und nicht das grüne Teil aus irgendeiner Schlachtente. Nimmt man nun einen Katalog eines freien Ente-Teile-Händlers zur Hand, so muß man für diese Teile knappe EUR 350 legen, die Citroën-Preise werden dann wohl doch etwas höher liegen und davon geht der Gutachter aus . . .

   

 
In diesem Falle wird das Gutachten vermutlich mit einem Reparaturpreis weit über EUR 2.500 enden, wenn man noch die Türen, Reifen, Achse usw. mitrechnet. Und wenn ein Entenschrauber aus einer Schlachtente dieses Teil rausflext und ein paar Euro dafür nimmt, dann kann man doch aus der einen oder anderen totgeglaubten Ente für angemessenes Geld wieder ein flügges Federvieh zaubern. In diesem Falle ist die Reparatur mit etwas über EUR 1.000 in einem angemessenen Rahmen ausgefallen. Wenn die Ente dann auch nicht schuld war an dem Unfall, so macht der Besitzer eventuell auch noch ein Plus bei der Aktion.

 

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