Bremsen-Entlüftungs-Gerät

Muß die Bremsanlage nach dem Wechsel des HBZ, der Bremssättel, der hinteren RBZ oder sonstwas ent-lüftet werden, so werden die meisten Schrauber auf die altbewährte Methode zurückgreifen und mit einem Helfer diese Arbeit verrichten. Einer sitzt in der Ente und pumpt mit dem Bremspedal die Suppe durch und der andere ist an den Entlüftungsventilen der RBZ oder des Bremssattels. Diese Methode funktioniert auch, aber kann dem HBZ den Garaus machen, da im Alltagsbetrieb das Pedal ja nie komplett durchgetreten wird. Diese unnatürliche Bewegung des HBZ kann zu dessen Exitus führen, vor allem, wenn der HBZ schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat. Außerdem muß man dabei immer zu zweit sein . . .

geht auch alleine aber das will ich hier nicht näher beschreiben. Davon abgesehen funktioniert diese Me-thode bei einem neuen HBZ gar nicht, da der HBZ ja ohne Bremsflüssigkeit angeliefert wird und auch bei gefülltem Behälter ist es fast unmouml;glich ist Flüssigkeit in den HBZ zu bekommen, So wird verzweifelt auf das Pedal getreten und Luft mit minimalen Bremsflüssigkeitsanteilen gepumpt. Da ich zu 98,57 % alleine in meiner Werkstatt arbeite, habe ich mir da was einfallen lassen.

Die Einmann-Bedienung inklusive HBZ-Schonung. In der Zeitschrift Oldtimer-Praxis Ausgabe 6/97 wurden Bremsentlüftungsgeräte vorgestellt, die eigentlich alle nach dem gleichen Prinzip arbeiten. Druckluft mittels Kompressor oder aus einem vollgepumpten Reifen in das System leiten. Allerdings haben diese Geräte nicht den richtigen Anschluß für den Bremsflüssigkeitsbehälter der Ente, ich keinen Druckluftan-schluß in meiner Werkstatt und außerdem kosten die Dinger einiges an Geld. Und als Schwabe habe ich zur Kostenminimierung mein Gehirn arbeiten lassen. Da bin ich Schwabe, da darfs ich sein . . . .

So habe ich mir eine eigene Maschinerie zusammengebastelt. Aus Ermangelung eines Kompressors oder dauerhaftem Druckluftanschluß habe ich mir überlegt wo ich den Druck herbekomme. Ich griff zu einer stinknormalen Fahrradluftpumpe, organisierte mir noch ca. 2,5 m Plastikschlauch und einen alten Deckel des Bremsflüssigkeitsbehälters. An der Fahhradpumpe habe ich ein Blitzventil fürs Fahrrad reingestopft und den Schlauch mit einer Schlauchschelle befestigt. Dem Bremsflüssigkeitsbehälter habe ich die Schwim-merkammer abgesägt und anstelle des Stiftes des Schwimmers ein Entlüftungsventil eines Bremssattel eingeschraubt, muß man etwas aufbohren.

An das Ventil habe ich das andere Ende des Schlauchs befestigt. Ein Problem kommt jetzt noch auf. Das augestöpstelte Teil des Schwimmerdeckels ist nicht luftdicht. Das habe ich mit Hilfe eines Lötkolbens quasi plastikmäßig zugeschweißt. Vorgehensweise reichlich simpel: Bremsflüssigkeitbehälterdeckel wegschrauben und den Deckel des Entlüftungsgerätes drauf. Dann mit der Fahrradpumpe nach hinten zu den RBZ, Ventil auf, Schlauch drauf mit Behälter zum Auffangen der alten Bremsflüssigkeit und lospumpen. Es funktioniert hervorragend und man ist am Ort des Geschehens und kann tatsächlich ohne dem HBZ den Kragen umzudrehen alleine die Bremsanlage ent-lüften bzw.

Die Bremsflüssigkeit komplett wechseln. Geht zwar etwas auf die Oberarmmuskulatur zwecks wir Pumpen hier bis zum Abwinken, aber steter Tropfen höhlt den Stein, bzw., entlüftet voll korrekt ey. Beim Entlüften der Bremsanlage ist zu beachten, daß am entferntesten Ventil zum HBZ begonnen werden soll, das ist also einer der RBZ hinten, rechts oder links bei der Ente dann eigentlich egal, ich habe mir den rechten als ersten ausgesucht, warum weiß ich auch nicht, hatte aber schon Probleme, als ich links anfing. Hat vielleicht was mit der Drehrichtung der Erde oder des Yoghurts zu tun oder so . . .

Danach sinnigerweise vorne am Bremssattel links am Entlüftungsventil das gleiche Spiel. Bei Trommel-bremsenten logischerweise an den beiden RBZ.

 

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